Freitag, 15. März 2013

Anhängeleiter


Die Anhängeleiter, die bis vor Kurzem vor der Feuerwehr stand, habe ich zusammen mit einigen Schülern überholt, gewartet und wieder in Betrieb genommen. Diese Leiterart wird in Deutschland nicht mehr verwendet, weil die Rüstdauer, also die Zeit des Aufbaus, sehr lang und die Sicherheit umstritten ist. Ausserdem ist die Leiter, wenn sie einmal aufgestellt ist, nicht sehr Flexibel und stationär gebunden. Auch auf den Untergrund muss man achten.
Wir benutzen die Leiter aber weder zur Menschenrettung noch zur Brandbekämpfung, vielmehr möchte ich den Schülern ein Gefühl für Höhe vermitteln. Außerdem lernen die Schüler das Steigen, denn bei falscher Steigtechnik wackelt diese Leiter stärker als andere Leitern.
Zum Anleitern werden wir die Leiter aber auch nicht benutzen, da es sehr wenige Gebäude in Bunju gibt, die mehrstöckig sind.
Die Leiter hat Ihren neuen Platz nun neben den Löschfahrzeugen im Feuerwehrhaus gefunden, so steht sie geschützt vor Sonne und Regen.
"Leiter" heisst auf Swahili "Ngazi".




Technische Daten:
Gew.: 1500 Kg
Höhe max.: 22,8 meter
Baujahr: 1966
Zul. Belastung bei 75°: 375 Kg
Zul. Höchstgeschwindigkeit: 20 Km/h

Sonntag, 3. März 2013

Die Bank zu Besuch...

--> Für Freitag, den 01.03.2013, hat sich hoher Besuch angekündigt. Eine Bank möchte mit einem Teil der Mitarbeiter das Centre besuchen.
Zu Beginn des Besuches wurden zahlreiche Gastgeschenke übergeben, lauter praktische Kleinigkeiten, aber auch Nahrungsmittel und Süßigkeiten für die Jugendlichen wurden verteilt.
--> Zu den Höhepunkten beim Besuch gehört natürlich die neue Elektrowerkstatt des Centres, sowie die Vorführungen der Künstler der Multimediaklasse und natürlich auch die Vorführung einer Feuerwehrübung. Zu diesem Zweck wurde schon am Donnerstag mit den Vorbereitungen begonnen. Die Schüler haben einen großen Haufen aus brennbarem Material zusammen getragen, der vor den Augen der Zuschauer in Flammen aufgehen und wieder gelöscht werden soll. Die Übung lief leider nicht ganz fehlerfrei, aber am Ende war das Feuer gelöscht und die Jugendlichen ernteten den Applaus der Zuschauer. Diese haben großes Interesse für das Projekt gezeigt. Doch auch kritische Fragen wurden gestellt: Warum löscht Ihr noch keine echten Feuer? Kostet das nicht alles zu viel?
Übungsfeuer
--> Herr Dr. Buzuhera, der Leiter des MTC Bunju, hatte zum Glück auf jede Frage die passende Antwort und konnte unserem Besuch in wenigen Worten die Problematiken erklären, bei denen sich manch einer die Haare rauft.
--> Nach der Feuerwehrvorstellung wurden gemeinsame Aktionen veranstaltet, zum Beispiel Bäume pflanzen und Rasenmähen. Zu guter Letzt hat die erfolgreiche Dogodogo Fußballmannschaft mit einem überragenden 2:1 gegen die Gäste auftrumpfen können.
--> Das besondere Mittagessen füllte den Feuerwehrleuten und Fußballern die Mägen. Pilau (Gewürzreis) und Fleisch zusammen mit einem Tomaten-, Karotten- und Zwiebelsalat gibt es nur, wenn wichtiger Besuch im Centre ist. Zu guter Letzt musste die Feuerwehr des Centres noch einmal zeigen, dass sie es auch besser kann, denn das vor einigen Stunden gelöschte Feuer flackerte unter der Mittagssonne wieder auf. Zum Glück hatten wir das aber alles schnell im Griff. Nach nicht einmal neun Minuten konnten wir die "Einsatzstelle" verlassen.
Elektrowerkstatt
  --> Das war ein einziger aktionsreicher Tag zusammengefasst in wenige Worte. Was ich allerdings noch nicht erwähnt habe: Nach fast 5 gemeinsamen Monaten in Bunju hat Sönke uns diese Woche verlassen und seinen Rückflug in die Heimat angetreten. Sönke unterstützte nicht nur mich im Computerunterricht sondern auch Nils beim Bau der Elektrowerkstatt. Ich möchte mich hier nochmal herzlich für die geleistete Unterstützung bedanken! Nicht nur uns fehlt Sönke, auch die Schüler erkundigen sich, ob er denn gut angekommen ist, wie es gerade in Deutschland ist, wie spät ist es dort eigentlich, was isst denn Sönke jetzt?
--> Außerdem waren diese Woche zwei große Brände an einem Tag. Gestern Nachmittag schaute ich in Richtung Dar es Salaam und bemerkte im Stadtteil Tegeta eine große Rauchsäule. Daraufhin rief ich Sebastian an, er ist Student im Praxissemester bei der Feuerwehr Hamburg und leistet seinen Dienst im Rahmen der Städtepartnerschaft in Dar es Salaam. Er meinte, er sei schon auf dem Weg nach Tegeta. Die Anfahrtszeit betrug rund 30-45 Minuten.
Rauchsäule über Tegeta
--> Später erfuhr ich, dass einige Buden gebrannt haben. Außerdem wurden zu dem Feuer beide Wachen aus Dar es Salaam nach Tegeta geschickt. Das führte zu einem strategischen Problem, denn auf dem Rückweg vom Einsatz wurde ein weiteres Feuer auf der anderen Seite der Stadt gemeldet. Die Anfahrt zum Einsatzort betrug nun also rund 70 km und die Feuerwehr benötigte ca. eine Stunde. Leider führen solch lange Anfahrtswege zu großen Problemen und fördern nicht gerade die ohnehin schon schlechte Akzeptanz in der Bevölkerung.

--> Im Vergleich zu diesen Zahlen: In Hessen muss die Feuerwehr in der Regel nach 10 Minuten qualifizierte Hilfe leisten. Ausgenommen sind Autobahnen und sehr ländlich gelegene Gebiete. Tegeta ist dabei ein Stadtteil von Dar es Salaam, der größten Stadt Tansanias.

Samstag, 16. Februar 2013

LaLeLu nur der Mann im Mond...

Zusammen mit Sönke und Ambros, einem Lehrer hier am Internat, haben wir das Schlaflied "LaLeLu" ins Swahili übersetzt und festgestellt, dass es nicht mehr "singbar" ist:

La Le Lu

Mwanaume ndani ya mwezi angalia tu,
Nur denn Mann im Mond schaut zu,

Kama watoto wadogo wamelala,
Wie die kleinen Kinder schlafen,

Lala na wewe pia.
So schlaf auch du.

Das Becken ist fertig!

Das Becken wurde noch von außen verputzt und nun wird noch eine Holzschale zum Schutz der Wände vor den "Saugschläuchen" gebaut, damit diese Schläuche, die zur Wasserentnahme dienen, die Wände und den Grund des Beckens nicht beschädigen. Als ich gestern Abend von der Übung kam und einige Schüler noch am Verputzen des Beckens waren, haben wir das Fahrzeug zum Ausleuchten der Baustelle verwendet. Dabei ist dieses Foto entstanden.
Das erste Mal haben wir sogar schon Wasser aus dem Becken entnommen. Außerdem wird das Becken von den Schülern gern für eine kleine Abkühlung verwendet...

Das Spritzspiel


Das Spritzspiel, das seinen Platz auf dem Übungsgelände finden sollte, hat diesen nun bezogen. Es fehlt noch ein Anstrich, ansonsten ist das Spiel aber funktionstüchtig und schon von einigen Schülern getestet worden.
Links Spritzspiel, rechts im Bild die Wasserentnahmestelle

Moto!

Ich stehe in der Feuerwehr als ich den Geruch von Feuer bemerke. Es brennt! An der neuen Saugstelle brennt Wiese und Busch. Einige Schüler stehen viel zu ruhig daneben. Ich frage Rose, die wegen der Reinigungsarbeiten auch gerade da ist, warum es dort brennt und keiner was sagt.
Sie meint darauf hin, dass die Schüler eine Schlange gesehen haben und sie diese so vertreiben wollen. Noch bis in die späten Abendstunden liegt auf dem gelände der Geruch von Feuer.  Mehr Informationen folgen mit dem Einsatztagebuch...

Einsatz Nummer Zwei - Technische Hilfeleistung

Zwei Feuerwehrschüler beobachten den Saugvorgang. Auf der Zysterne: ein Mitarbeiter des Facilitymanagements.
Zu einer "technischen Hilfeleistung klein" wurde die Dogodogo Internatsfeuerwehr von Angestellten des Dogodogo Centres alarmiert. Gegen 9:30 Uhr informierte ein Mitarbeiter die Feuerwehr des Centres, da wegen  einer ausgefallenen Wasserleitung Wartungsarbeiten in einer Rund vier Meter tiefen Zysterne durchgeführt werden mussten. Da das Wasser aus der Trinkwasserzysterne nicht meht abfließen konnte, musste es herausgepumpt werden. Zu diesem Zweck wurde das Hilfeleistungslöschfahrzeug eingesetzt. Rund 15 Kubikmeter Wasser mussten aus der Zysterne abgelassen werden. Danach wurde zum Einstieg in die Zysterne eine Steckleiter bereitgestellt und Sicherrungsmaßnahmen getroffen. Nach rund einer Stunde konnte die Einsatzstelle an das Facilitymanagement übergeben werden.
Natürlich zählt das nicht als "echter" Feuerwehreinsatz und eine Statistik wird auch nicht erstellt.

Donnerstag, 7. Februar 2013

News aus 2013

Nachdem ich mich sehr lange nicht gemeldet habe, gleich der zweite Post hinterher!

Der Container ist angekommen!

In der letzen Novemberwoche war es soweit: der Container voller Nähmaschinen, Computern, Uniformen und anderen Feuerwehrgerätschaften ist angekommen und auch sofort entladen worden. Ein Großteil des Materials ist schon in den Lagerräumen der Feuerwehr untergekommen. Einige Boxen voller vorsortierter Uniformen steht nun auf einem der Überseecontainer. Einige Uniformen aus Hamburg sind mittlerweile als Schuluniform am Dogodogo Centre eingesetzt. Weiße Hosen und rote T-Shirts. Die Hosen sind von dem Rettungsdienst der Feuerwehr Hamburg und die T-Shirts sind Werbe-T-Shirts einer deutschen Zeitung.

Besuch

Vom 17.12.2012 bis 11.01.2013 hatte ich Besuch von meinem Vater, der sicherlich froh ist, wieder in Deutschland zu sein, und doch die Sonne vermisst. Sein Besuch hier hat ihm meine Arbeit und meine Einsatzstelle näher gebracht. Außerdem waren wir auf einer sehr schönen Safari.

Weihnachten

Das war ganz klar Weihnachten mal anders! Weihnachten war zwar auch hier begleitet von gutem Essen und einem Tannenbaum (aus Kunststoff) allerdings war die Erfahrung für mich an Weihnachten in den Pool zu springen neu. Ja genau, Pool. Genauer gesagt ein Auffangbecken für Chemikalien, das bei City Fire zum Waschen von Uniformen verwendet wird, konnten wir uns über Weihnachten ausleihen und vor dem Haus positionieren. Heiligabend wurde dann mit den anderen Freiwilligen verbracht. Für mich steht aber eins fest! Das nächste Weihnachtsfest werde ich wieder traditionell in der Familie feiern. Hoffentlich auch wieder mit dem Deutschen Schmuddelwetter.

Fahrzeuginstandsetzung

Zwischen den Jahren haben mein Vater und ich uns intensiv um die Pflege der beiden Löschfahrzeuge gekümmert. Dabei habe ich viel Neues gelernt und wir hatten viel Spaß beim Pflegen, Reinigen und Aufmunitionieren der alten Hamburger Löschfahrzeuge. Nach der genauen Bestandsaufnahme werde ich nun eine verspätete "Wunschliste" nach Hamburg schicken, um Teile an den Fahrzeugen auszutauschen und somit eine noch längere Lebenszeit der Fahrzeuge gewährleisten zu können.
Unter anderem haben wir die Federung des Fahrersitzes repariert, allerdings sind die Pneumatikleitungen so alt, dass die Federung schon wieder kaputt ist. Da muss ich auf neue Leitungen warten und diese dann austauschen.
In Zukunft wird ein tansanischer Mechaniker die regelmäßige Wartung der Fahrzeuge übernehmen. Dazu gehört dann der Ölwechsel und die Pflege, die ich an den Fahrzeugen nicht machen kann.

Computerunterricht

Seit Januar geben Sönke und ich den 77 Schülern des Internates wöchentlich Computerunterricht. Da der Raum eine Kapazität von zehn Schülern bietet und klassenweise unterrichtet wird, unterrichten wir neunmal in der Woche von Montag bis Samstag.
Viele Schüler haben noch nie mit einem Computer gearbeitet, andere wiederum langweilen sich bei der Erklärung, was eine "Maus" ist und wie diese funktioniert. Außerdem ist das Betriebssytem auf Englisch und daher müssen wir den Schülern parallel zum Unterricht einige Englisch Vokabeln beibringen. Spaß macht der Unterricht aber allen Schülern. Nach einer Unterrichtseinheit dürfen die Schüler sich immer noch selbst mit dem Computer beschäftigen, um diesen näher kennen zu lernen. Einige nutzen die Zeit auch zum "Pinball" spielen. Andere würden lieber Autorennen oder Fußball spielen, damit können die Computer aber nicht dienen.

 

Trainingsgelände

Bald wird die Internatsfeuerwehr des Dogodogo Centres über ein eigenes Feuerwehr Trainingsgelände verfügen. Finanziert wurde der Bau des Geländes aus Spenden. An dieser Stelle einen herzlichen Dank den Spendern!
Zu dem Gelände gehört außer einem Spritzspiel auch ein Pool, aus dem das Wasser für die Übungen entnommen werden soll, sowie ein Drillparcour. Geplant ist auch ein Röhrensystem und eine kleine Vorrichtung zum Leiterstellen.

Der Fortschritt des Beckens ist schön auf den Bildern zu verfolgen. Zusammen mit einigen Schülern wurde das rund zehn Kubikmeter fassende Loch an einem Wochenende ausgehoben. In dieser Woche soll nun der Boden Betoniert und die Wände gemauert werden.
Hoffentlich ist das Becken dann schon zu nächster Woche einsatzbereit. Im Rahmen des Trainingsgeländes wird der Platz zwischen den Containern in der Feuerwehr umgestaltet.
Dafür habe ich die Holzkisten, in denen die Uniformen, Nähmaschinen und Feuerwehrgeräte aus Hamburg waren, auseinandergebaut. Denn dort soll eine Übungsvorbereitung gestaltet werden.
Dazu werden noch Spenden benötigt! Ich benötige für ein Planspiel alte "Playmobil" Feuerwehr Sachen. Falls jemand altes Spielzeug hat, dass er/ sie spenden möchte, bin ich unter der folgenden E-Mail-Adresse erreichbar: philipp.wetzlar@freenet.de .

 

 

Gartenarbeit

Seit kurzem gehört zu den täglichen Aufgaben der Internatsfeuerwehr das Bewässern des Gartens. Jeden Abend werden zwei Tankinhalte des HLF auf die Beete für Ananas, Kartoffeln und Süßkartoffeln verteilt. Durch die neu angelegten Gärten sollen die Betriebskosten vom Centre weiter reduziert werden.

Liebe Grüße aus Tanzania!

Dienstag, 5. Februar 2013

funga Schule

Die Schule ist geschlossen. Nachdem am Freitag die Graduation war, ist das Gelände nun wie ausgestorben. Fast alle Schüler sind zu ihren Familien oder in die Arbeitswelt entlassen. Nur noch die Lehrer und wir drei Freiwillige sind noch hier und gestalten nun unseren Arbeitsalltag neu.

Graduation


Die Graduation ist ein voller Erfolg gewesen. Der Local Comissioner kam persönlich, womit hier im Centre keiner gerechnet hatte. Das Programm startete für diesen hohen Politiker verfrüht. Voller Aufmerksamkeit lauschte er den Ausführungen von Bernhard Staub, der die Klassenräume und Gebäude vorstellte. Sehr begeistert war der Commissioner von der Feuerwehr. Was ist genau in den Fahrzeugen, wie läuft die Ausbildung ab.
Und dann noch eine Schauübung für die Gäste, die hauptsächlich aus einer Expertengruppe der Hamburger Feuerwehr und den Politikern bestanden.
Die Jugendlichen, die seit einigen Tagen extra für die Schauübung trainiert hatten machten ihre Sache sehr gut. Nicht nur der Comissioner war beeindruckt, Lob gab es auch von den Hamburger Experten.
Nach der Übung hörten alle Gäste, unter denen sich mittlerweile auch einige Eltern oder Geschwister der Schüler befanden, den Worten der Dogodogo Führung und der Politiker zu. Nach den Reden, in der der Comissioner dem Centre 500 Euro und weitere Unterstützung versprach, führte die Multimediaklasse ihr Können vor. Tanz und Musik beeindruckte alle.
Zur Übergabe der Abschiedsgeschenke kam es dann nach der Übergabe der Veta Zertifikate. So erhielten die Schreiner jeder eine eigene Werkzeugkiste, die Schneider eine Nähmaschine und notwendiges Zubehör, wie zum Beispiel Garn und die Multimedia Künstler, die zukünftig gemeinsam als Gruppe auftreten will, bekam zusammen eine Gitarre und ein Keyboard.
Auch ich durfe den Schülern ein Feuerwehr Zertifikat überreichen. Leider können die Schüler damit nicht sonder lich viel anfangen, da die Ausbildung in der Feuerwehr nicht anerkannt.
Zum Mittagessen gab es Pilau (Gewürzreis), Ananas, Fleisch und einen Tomatensalat. Vorher wurde noch ausgiebig gefeiert und getanzt.
Und als Höhepunkt gab es für jeden Schüler eine Soda.
Nun ist die Schule bereit für neue Schüler. Vorher sind allerdings erst mal Ferien!

Sonntag, 18. November 2012

Zeitungsartikel für die Freiwillige Feuerwehr Nauborn

Für die Feuerwehrzeitung der Freiwilligen Feuerwehr Nauborn habe ich folgenden Artikel geschrieben:

Wie versprochen in dieser Ausgabe, für diese Zeitung das erste mal ein internationaler Artikel aus Tansania. Seit nun rund vier Monaten bin ich in Dar es Salaam und unterrichte die Jugendlichen des Dogodogo Centres im Brandschutz. Die SchülerInnen und Lehrer haben mich sehr herzlich aufgenommen. Vier Mal in der Woche üben die rund 30 Jungen und drei Mädchen den Umgang mit feuerwehrtechnischem Gerät. Ich werde durch eine Lehrerin unterstützt. Einmal in der Woche werden die Fahrzeuge sowie das Gebäude der Feuerwehr geputzt, da der Sand ansonsten die Geräte beschädigen würde. Zu meinen Aufgaben hier vor Ort zählt nicht nur die Ausbildung der Jugendlichen sondern auch die Pflege der Fahrzeuge und Geräte, die sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Das Material ist nicht mehr neu und braucht daher entsprechend viel Pflege. Leider fehlen ab und zu die Mittel, um Geräte schnell zu reparieren. Dann muss man auf die benötigten Ersatzteile warten.
In den vergangenen Wochen haben wir Regale gebaut, um eintreffende Ersatzteile und das feuerwehrtechnische Material besser und übersichtlicher lagern zu können. Bis dahin lagen die Teile auf dem Boden eines alten Überseecontainers.
Das Dogodogo Centre hat seit dem 25.10.2012 eine 12-köpfige einsatzbereite Gruppe, um Feuerwehraufgaben auf dem Gelände übernehmen zu können. Zur Einrichtung dieser Gruppe kam es allerdings erst, nachdem ein Gras- und Buschfeuer auf dem Gelände den Unterrichtsgebäuden zu nahe gekommen ist. Zwar konnte schlimmeres verhindert werden, jedoch wurde allen Verantwortlichen wieder bewusst wie gefährlich Feuer ist. Die Schüler, die nachts aus ihren Betten gerufen wurden, löschten in Fliopflops und teilweise in Unterwäsche die Flammen. So etwas soll nun nicht mehr passieren.
Die ausgerüsteten Jugendlichen üben zusätzlich einmal die Woche den Ernstfall. Zu diesem Zweck wird auf dem Gelände ein Übungsfeuer gelegt und es wird überprüft wie schnell die Informationsweiterleitung funktioniert. Leider gibt es hier kein Alarmsystem. Zwei Schüler sind damit beauftragt, im Brandfall, die Lehrerin und mich zu informieren. Wir kommen dann an die Feuerwehr, um diese zu öffnen.
Nach den Prüfungen Mitte November verabschieden wir alle Schüler, die das zweite Lehrjahr absolviert haben. Zu den Prüfungen gehört nun auch eine Feuerwehrprüfung. Geprüft wird dabei nicht nur theoretisch. Die Schüler müssen, nach ihrer Einzelleistung auch noch zeigen wie gut sie wirklich mit dem Material umgehen können.
Am Ende bekommen dann alle Schüler eine Urkunde, die das freiwillige Engagement anerkennt und die Schüler für ihre Leistung in der Feuerwehr lobt.
Im neuen Schuljahr, das im Januar beginnt, werden das erste Mal auch sogenannte „Pumpoperator“ ausgebildet, die besondere Schulungen erhalten und dabei den Umgang mit der Pumpe des Löschfahrzeuges, sowie dem Aggregat und dem hydraulischen Rettungsgerät erlernen sollen. Dadurch versuche ich meine Rolle in den Übungen weiter zu reduzieren, denn im Moment muss ich immer noch die Pumpe bedienen. Der Rest der Jugendlichen wird nach einem neuen Lehrplan ausgebildet, der Richtlinien und Ausbildungsziele festlegt. Dadurch soll die Qualität des Unterrichts weiter gesteigert werden. Der Koordinator des Multipurpose Training Centres hat mir auch schon nahe gelegt, ich solle die Schüler mehr Prüfen und schlechte oder unmotivierte Schüler rauswerfen. 

Die Schülerinnen und Schüler sind zum größten Teil Straßenkinder, die aus den Dörfern der Umgebung in die Stadt gekommen sind, um ein besseres Leben zu führen. Dort angekommen, haben sie gemerkt, dass das Leben in der Stadt keineswegs einfacher ist und würden teilweise sehr gerne wieder zu ihren Familien. Andere Kinder wurden aber auch von ihren Eltern geschlagen und wollen gar nicht mehr nach Hause. Hier kam bis vor einiger Zeit das sogenannte „Drop In“ des Dogodogo Centres ins Spiel. Die Straßenkinder hatten dort eine Anlaufstelle, um Essen zu bekommen. Dafür wurde ihnen das Betteln verboten. Wenn die Kinder regelmäßig gekommen sind, gab es für einige dann die Möglichkeit ins MTC nach Bunju zu kommen. Anderen wurde die Heimreise ermöglicht. Leider musste das „Drop In“ wegen eines finanziellen Engpasses schon schließen. Nun sind also die ehemaligen Straßenkinder zu Schülerinnen und Schülern des MTC geworden. Einige von Ihnen klauen noch, andere sind einfach nur schwierig im Umgang und dann gibt es noch die, die sich richtig reinhängen. Diese gilt es dann zu fördern. Sie wollen lernen und auch arbeiten. Denn nach der Ausbildung bekommen die Schülerinnen und Schüler nicht nur das Examen der anerkannten Organisation Veta verliehen, sondern auch jeder sein Handwerkszeug. Die Schneider eine Nähmaschine, die Schreiner einen Werkzeugkoffer und die Multimediakünstler reisen gemeinsam los in die Hotels und Clubs, um sich zu präsentieren. So können alle beginnen ihre eigene Existenz aufzubauen. Vielleicht sogar in dem Ort aus dem sie kamen, vielleicht aber auch wo anders, um von vorne anzufangen.
Was hat das alles mit den Prüfungen in der Feuerwehr zu tun? Nur die motivierten Schülerinnen und Schüler dürfen am Feuerwehrunterricht teilnehmen. Nur die, die auch wirklich arbeiten, um gut zu sein. Denn die Feuerwehr bedeutet für die Schülerinnen und Schüler nicht nur, dass sie die Möglichkeit haben Feuer auf dem Gelände zu löschen, vielmehr fördert die Ausbildung, die einen sehr militärischen Stil hat, die Entwicklung eines eigenen Charakters. Sie fördert das Gefühl für Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Und außerdem gibt es hier, 35 km von Dar es Salaam entfernt, keine Möglichkeiten den Nachmittag kostenfrei anders zu organisieren. So dient die Feuerwehr also auch als Beschäftigungsprogramm, um nicht die ganze Zeit vor dem kleinen Fernseher im Essenssaal sitzen zu müssen. Wer nun also die Prüfungen der Feuerwehr nicht besteht, darf nicht mehr am Feuerwehrunterricht teilnehmen. Damit fallen diese ganzen Vorzüge der Feuerwehr weg.
In den Ferien, die für mich am 23.11.2012 beginnen, werde ich zusammen mit anderen Freiwilligen beginnen Ausbildungsunterlagen in verschiedenen Sprachen zu erstellen, um so den Lehrern zu ermöglichen sich vor dem Unterricht ausführlich vorzubereiten. Am 23.11.2012 werden alle Schülerinnen und Schüler mit ihren Veta Examen und Nähmaschienen oder Werkzeugkoffern verabschiedet. Die Multimediaklasse führt Tänze vor und die Feuerwehr präsentiert ihr schnelles und zuverlässiges Vorgehen im Brandfall. Ich bin mir sicher, dass die Jugendlichen hier mittlerweile gut genug sind, um den Privatfeuerwehren oder auch der Berufsfeuerwehr Dar es Salaam zu zeigen wo der Hammer hängt.
Gestern hatten wir eine Übung, die aus aus einer Wasserentnahme, Personenrettung und Brandbekämpfung bestand. Ich bin begeistert von der Geschwindigkeit und der Ordnung, die beim Aufbau dieser Übung herrschten. Von außen sieht es nach Gewusel aus, doch es weiß jeder, was zu tun ist.

Wir benötigen Ihre Hilfe!


Ich sprach vorhin den finanziellen Engpass an. Auf diesen möchte ich noch einmal eingehen. Das MTC kostet pro Jahr zwischen 80.000 und 100.000 Euro. Dieses Geld muss durch Spenden erworben werden. Einer der Hauptsponsoren ist abgesprungen und so klafft nun ein großes Loch in der Finanzierung. Die Regierung des Landes zahlt keinen Cent für das Projekt, da der Sinn darin leider nicht gesehen wird. So hoffen wir alle, dass sich Sponsoren finden damit das Centre nicht geschlossen werden muss. Ich merke den Engpass schon in der Feuerwehr. Mein Diesel wurde gekürzt, so können wir nicht mehr zu jeder Übung mit dem großen Truck fahren. Außerdem ist die Finanzierung des Dogodogo Centres ab Januar nicht mehr gesichert und wir benötigen dringend Spender, um das Centre vor einer Schließung zu bewahren.
Haben Sie Interesse zu spenden und somit meine Arbeit und die Jugendlichen zu unterstützen? Dies können Sie auf zwei Wegen tun. Einmal über das angegebene Fenster im Blog. Der Erlös der Spenden, der über die entstandenen Kosten hinaus geht, geht ans Dogodogo Centre. Oder aber Sie kontaktieren mich per E-Mail unter philipp.kress@haw-hamburg.de.
Das Dogodogo Centre kann nur durch Ihre Hilfe weiterhin ein Zufluchtsort für die Kinder und Jugendlichen sein und ihnen eine neue und bessere Zukunft ermöglichen.
Jede Spende zählt!